arable 3442666 640Nachdem wir zu unser Projektidee viel positives Feedback vom Bundesumweltministerium und die nötigen Eigenmittel von zahlreichen Unterstützern erhalten haben, konnten wir Ende Oktober 2020 den Fördermittelantrag fürs HumusReich Netzwerk SH einreichen. Im Erfolgsfall können wir mit Landwirten und Beratern aus der Region ab Frühjahr 2021 für drei Jahre zum Humusaufbau beraten. Möglich wurde das durch viele großzügige Spendenzusagen mit einem Gesamtvolumen von rund 50.000 €, die wir als Eigenanteil einbringen. Danke, liebe Unterstützer! Bei einer beantragten Förderquote von 85% könnten wir damit 300.000 € vom Bundesumweltministerium bekommen.

Worum geht es BobenOp und was haben wir mit dem Geld vor?

Die fruchtbare Humusschicht rückt wieder stärker in den Fokus der Landwirtschaft. Humusreiche Böden sind in der Lage Wasser wie ein Schwamm aufzunehmen und es lange zu speichern. Sie sind also eine Art „Lebensversicherung“ gegenüber Starkregen und Dürreperioden, mit denen wir uns in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels immer häufiger konfrontiert sehen werden.

Gleichzeitig hat der humusreiche Boden viele positive Auswirkungen auf das Bodenleben und ein riesiges Klimaschutz-Potential in seiner Funktion als Kohlenstoffspeicher und CO2-Senke. Viele gute Gründe also, dass wir uns des Themas annehmen.

Was sind die konkreten Projektziele?

Mit HumusReich SH wollen wir mit Landwirten und Multiplikatoren gemeinsam Strukturen für Humusaufbau und Bodenverbesserung schaffen, die sich über die Projektlaufzeit (36 Monate) hinaus verstetigen. Dazu sind geplant:

1.Vernetzung und Wissensaufbau, um nachahmenswerte Beispiele sichtbar zu machen

2.Kapazitätsaufbau (Capacity Building): Schulungen für und aktive Einbindung von Multiplikatoren

3.Finanzielle Rahmenbedingungen entwickeln, die eine hohe Übertragbarkeit bieten, Es soll sich für Landwirte wirtschaftlich gesehen lohnen, „Klima-Landwirt“ zu werden.

drought 1675729 640Inwiefern sind die Landwirte im Norden vom Klimawandel betroffen und wie kann Humusaufbau ihnen helfen?

Auch wenn die Landwirte in Schleswig-Holstein im Jahr 2020 weitgehend verschont geblieben sind –der Trend zu immer heftigeren Wetterextremen ist auch bei uns eindeutig erkennbar. Das regionale Klimamodell WETTREG prognostiziert für die kommenden Jahrzehnte folgende Entwicklung:

  • In den Sommermonaten macht Schleswig-Holsteins Landwirtschaft zukünftig insbesonderedie vermehrte Trockenheit, die durch die höheren Verdunstungsraten infolge desTemperaturanstiegs noch potenziert wird, zu schaffen. Bis 2100 wird im Sommerdurchschnittlich bis zu 30% weniger regnen.
  • In den Wintermonaten hingegen werden besonders hohe Zunahmen des Niederschlags  projiziert. Im Norden Schleswig-Holsteins beträgt die Zunahme bis Ende des Jahrhunderts bis zu 50%.
  • Es ändern sich aber nicht nur die durchschnittlichen Niederschlagsmengen. Der Trend geht zuweniger Trockentagen (Niederschlagssummen weniger als 1 mm) im Winter und mehrTrockentagen im Sommer. Tage mit sehr hohen Niederschlagssummen über 25 mm können besonders in denWintermonaten deutlich häufiger auftreten.

Ein ausreichender Gehalt an Humus (organische Bodensubstanz) ist die Voraussetzung für die nachhaltige natürliche Bodenfruchtbarkeit. Humus beeinflusst viele Bodeneigenschaften, die sich auf die Ertragsfähigkeit, die Bearbeitbarkeit, die Erosionsanfälligkeit und die Filter- und Pufferfunktionauswirken. Packen wir es an!