arable 3442666 640Der finale Stempel feht noch, aber ein Ende des Wartens zeichnet sich deutlich ab: "Wir beabsichtigen, das Projekt mit Laufzeitbeginn 01.01.2022 zu bewilligen." .Ab diesem Zeitpunkt können wir mit Landwirten und Beratern aus der Region zum Humusaufbau beraten. Möglich wurde das Projekt überhaupt erst durch viele großzügige Spendenzusagen mit einem Gesamtvolumen von rund 50.000 €, die wir als Eigenanteil einbringen. Und durch die Gemeinde Ausacker, die das Projekt gemeinsam mit uns umsetzt.

Mit der Förderquote von 85% haben wir für die Jahre 2022-2024 ein Budget von rund 350.000 €. Wir freuen uns auf die Chance, um den Humusaufbau in Schleswig-Holstein strukturell nach vorne zu bringen.  Aktuell suchen wir nach Verstärkung für unser Team, die Stellenanzeige findet sich hier.

Worum geht es BobenOp und was haben wir mit dem Geld vor?

Die fruchtbare Humusschicht rückt wieder stärker in den Fokus der Landwirtschaft. Humusreiche Böden sind in der Lage Wasser wie ein Schwamm aufzunehmen und es lange zu speichern. Sie sind also eine Art „Lebensversicherung“ gegenüber Starkregen und Dürreperioden, mit denen wir uns in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels immer häufiger konfrontiert sehen werden.

Gleichzeitig hat der humusreiche Boden viele positive Auswirkungen auf das Bodenleben und ein riesiges Klimaschutz-Potential in seiner Funktion als Kohlenstoffspeicher und CO2-Senke. Viele gute Gründe also, dass wir uns des Themas annehmen.

Was sind die konkreten Projektziele?

Mit HumusReich SH wollen wir mit Landwirten und Multiplikatoren gemeinsam Strukturen für Humusaufbau und Bodenverbesserung schaffen, die sich über die Projektlaufzeit (36 Monate) hinaus verstetigen. Dazu sind geplant:

1.Vernetzung und Wissensaufbau, um nachahmenswerte Beispiele sichtbar zu machen

2.Kapazitätsaufbau (Capacity Building): Schulungen für und aktive Einbindung von Multiplikatoren

3.Finanzielle Rahmenbedingungen entwickeln, die eine hohe Übertragbarkeit bieten, Es soll sich für Landwirte wirtschaftlich gesehen lohnen, „Klima-Landwirt“ zu werden.

drought 1675729 640Inwiefern sind die Landwirte im Norden vom Klimawandel betroffen und wie kann Humusaufbau ihnen helfen?

Auch wenn die Landwirte in Schleswig-Holstein im Jahr 2020 weitgehend verschont geblieben sind –der Trend zu immer heftigeren Wetterextremen ist auch bei uns eindeutig erkennbar. Das regionale Klimamodell WETTREG prognostiziert für die kommenden Jahrzehnte folgende Entwicklung:

  • In den Sommermonaten macht Schleswig-Holsteins Landwirtschaft zukünftig insbesonderedie vermehrte Trockenheit, die durch die höheren Verdunstungsraten infolge desTemperaturanstiegs noch potenziert wird, zu schaffen. Bis 2100 wird im Sommerdurchschnittlich bis zu 30% weniger regnen.
  • In den Wintermonaten hingegen werden besonders hohe Zunahmen des Niederschlags  projiziert. Im Norden Schleswig-Holsteins beträgt die Zunahme bis Ende des Jahrhunderts bis zu 50%.
  • Es ändern sich aber nicht nur die durchschnittlichen Niederschlagsmengen. Der Trend geht zuweniger Trockentagen (Niederschlagssummen weniger als 1 mm) im Winter und mehrTrockentagen im Sommer. Tage mit sehr hohen Niederschlagssummen über 25 mm können besonders in denWintermonaten deutlich häufiger auftreten.

Ein ausreichender Gehalt an Humus (organische Bodensubstanz) ist die Voraussetzung für die nachhaltige natürliche Bodenfruchtbarkeit. Humus beeinflusst viele Bodeneigenschaften, die sich auf die Ertragsfähigkeit, die Bearbeitbarkeit, die Erosionsanfälligkeit und die Filter- und Pufferfunktionauswirken. Packen wir es an!