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Was hat Humus mit unserem Klima zu tun? 

Der lebendige, humusreiche Boden rückt immer mehr in den Fokus der Landwirtschaft. Er bildet das Kapital des Landwirts und ist wichtig für die Bodenfruchtbarkeit und damit auch für die Ertragssicherheit. Solche humusreichen Böden sind in der Lage, gerade in Zeiten zunehmender Extremwetter-Ereignisse wie ein Schwamm auf Starkregen oder auch Dürre zu reagieren.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Boden mit Humus anzureichern und dadurch Ausgasungs- und Auswaschungsverluste zu verringern. Ein wichtiger Punkt hierbei ist, dass beim Humusaufbau Kohlenstoff in den Boden eingebracht und dort klimapositiv gebunden wird. Unsere Atmosphäre kann sich dadurch langfristig erholen und wieder abkühlen.

Im Projekt HumusReich arbeiten wir daran, diesen Prozess des Humusaufbaus im größeren Umfang umzusetzen. Auf Äckern in Hürup wird seit mehreren Jahren der Humusgehalt der Böden durch ein unabhängiges Prüfinstitut gemessen. Langfristig streben wir Erfolge wie im österreichischen Kaindorf an, wo Landwirte aktiven Klimaschutz durch Humusaufbau betreiben. 

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Kohlendioxidsenkung durch Humusanreicherung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Grund für unser Vorhaben ist in aller Munde – der Klimawandel.

Dafür verantwortlich sind Treibhausgase wie z.B. Kohlendioxid (CO2), die bei der Verbrennung von Kohle, Benzin und Gas, aber auch von Holz und Stroh freiwerden. Sie wirken in der Atmosphäre wie ein Glasdach auf dem Gewächshaus und halten die Sonnenwärme davon ab, wieder vollständig im Weltall zu verschwinden. Ganz ohne CO2 wäre es richtig kalt auf der Erde! Aber seit der Industrialisierung hat der Anteil dieses Gases an der Luft um mehr als ein Drittel zugenommen. Daher erwärmt sich die Erde, die Polkappen und das grönländische Eisschild schmelzen.

Das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) besteht aus zwei chemischen Elementen:

Kohlenstoff (C) ist der wichtigste Baustein für alles auf der Erde: Pflanzen, Tiere, Menschen bestehen zu großen Anteilen aus diesem Element. Kohle, Öl und Gas sind die fossilen Überreste von urzeitlichen Lebewesen. Wenn diese fossilen Brennstoffe verbrannt werden, wird Kohlenstoff frei, der vor Jahrmillionen aus der Atmosphäre entnommen wurde. Im Unterschied dazu setzen biogene Brennstoffe wie Holz oder Biogas „frischen“ Kohlenstoff frei, der erst während der letzten Vegetationsperioden durch Photosynthese gebunden wurde.

Pflanzen wandeln CO2 in Sauerstoff (O2) und andere Nebenprodukte um. Durch den erhöhten Kohlenstoffanteil im Boden werden Pflanzen größer, haben somit größere Flächen für die Photosynthese und können somit mehr Kohlendioxid (CO2) aus der Luft umwandeln. Dadurch wird noch mehr Sauerstoff erzeugt, der für uns Menschen lebensnotwendig ist

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kohlenstoff ist aber auch im Boden vorhanden! Er ist sogar eine Maßzahl dafür, wie viel wertvoller Humus für das Pflanzenwachstum zur Verfügung steht.

Unser Verein BobenOp will die natürliche Speicherung von Kohlenstoff in Ackerböden fördern. Landwirte können dazu durch den Einsatz von Kompost und Terra Preta beitragen.

Kohlenstoff, der im Boden gebunden ist, steht nicht für die Bildung von CO2 zur Verfügung.

Landwirte können also eine natürliche Kohlenstoffsenke aufbauen!

Das hat übrigens nichts mit CO2 -Verpressung zu tun. Bei BobenOp soll fester Kohlenstoff eingebunden werden, nicht das gasförmige CO2! Somit gibt es auch keinen Einfluss auf das Grundwasser.

Bring Kohle in den Kreislauf!

Klimaschutz kostet Geld, bringt aber Zukunft.

Jedes Unternehmen und jeder Haushalt kann eine Menge CO2 sparen – durch Gebäudedämmung, erneuerbare Energien wie Wind und Sonne, und durch effiziente Geräte.

Aber oft bleibt eine Restmenge übrig, die nicht eingespart werden kann. BobenOp bringt Leute zusammen: Unternehmen

und

Haushalte, die Klimawirkung ausgleichen wollen und Landwirte, die genau diese Kohlenstoffmenge in ihren Böden binden.

Das Besondere dieser Maßnahme ist, dass zum ersten Mal in Deutschland die Bodenfruchtbarkeit und der Humusgehalt unserer Böden in den Vordergund gerückt wird und messbar verändert wird. Bisher hatte fast kein Landwirt eine wissenschaftlich haltbare Grundlage für seinen Humusgehalt und wie er sich verändert, weil die Probenahme ohne genau festgelegte Punkte per GPS keine haltbare Aussage über den organischen Kohlenstoffanteil treffen konnte. Nur ganz wenige Landwirte haben sich überhaupt für den Kohlenstoffgehalt ihrer Böden interessiert. Laut Düngemittelvorschrift gibt es keine Verpflichtung diesen Gehalt zu untersuchen. Anders als im offiziellen CO2-Handel werden hier tatsächlich Kohlenstoffsenken geschaffen, die noch weitere Vorteile für den Umwelt-und Klimaschutz bieten. Hüruper Klimaschutzzertifikate sind keine handelbaren  Quoten, die vom Staat zur Verfügung  gestellt wurden, sondern freiwillige Leistungen zwischen Personen und Firmen und einzelnen Landwirten mit dem Verein Boben Op als Vermittler. Die teilnehmenden Firmen haben einen direkten Bezug zu den Maßnahmen und handeln regional mit voller Transparenz.  Der Verein hat sich durch seine Vereinsziele verpflichtet weitere Klimaschutzmaßnahmen anzuschieben und zu koordinieren, so dass eine Lenkungs- und Koordinierungseinheit geschaffen wurde. Der erweiterte Vorstand des Vereins besteht aus den Bürgermeistern des Amtes. Somit kommen die Projektvorschläge direkt aus den Kommunen, die Kontrolle erfolgt über die festgelegten Ziele der  Mitgliederversammlung durch den Vorstand.

Eine weitere Besonderheit ist es, dass diese Maßnahmen durch Bürgernähe von interessierten Bürgern geschaffen wurden und auf vielen Schultern getragen wird. Ursprünglich gab es einen Energiestammtisch, wo viele Ideen  im Klimaschutz in Hürup entwickelt und verwirklicht wurden. Der Verein Boben Op ist nur eine konsequente Weiterentwicklung dieser Ideen.