Artikel: Neues Jahr, neue Preise: Regionaler Strom wird günstiger.

Regionaler und ökologisch produzierter Strom ist günstiger als die Grundversorgung

Neues Jahr, neue Strompreise. Für 2026 werden niedrigere Kosten erwartet – ein Tarifwechsel lohnt sich mancherorts. Für unsere Region gibt es schon mal eine positive Nachricht: Das Gemeindewerk Sörup senkt seine Strompreise deutlich.

Der Preis für Ökostrom liegt künftig bei unter 30 Cent pro Kilowattstunde. Damit ist der regionale Ökostrom nicht nur günstiger als viele konventionelle Stromangebote, sondern auch preiswerter als die Grundversorgung. Zum Vergleich: Der günstigste Grundversorgungstarif von E.ON beträgt im Ort Hürup ab dem 1. Februar 2026 31,11 Cent pro Kilowattstunde.

„Was bezahlst du für deinen Strom?“ Viele, denen wir diese Frage stellen, reagieren mit einem Achselzucken. Und fairerweise muss man sagen: Es gibt durchaus spannendere Dinge, als Stromtarife zu vergleichen. Jedes Jahr ändern sich eine ganze Latte an Informationen und es heißt, herauszufinden: Was ist günstig, wo ist der Service gut, was ist nachhaltig und regional?

Damit nicht jeder einzeln auf die Suche nach Antworten gehen muss, haben wir uns zusammengeschlossen. Den Boben OP „Strom- und Gaspool“ gibt es seit 2013, inzwischen sind wir mehr als 260 teilnehmende Haushalte. Gemeinsam verhandeln wir bei Anbietern Tarife und tun so nicht nur etwas in puncto Nachhaltigkeit, sondern bekommen auch gute Konditionen, Zuverlässigkeit und Service.

Plietscher Strom aus Sörup und klimakompensiertes Gas aus Kronshagen

Fair und regional versorgt werden wir dabei von zwei kommunal getragenen Versorgern. Der Strom wird seit 2024 vom Gemeindewerk Sörup geliefert, der Fokus liegt hier ganz klar auf erneuerbarer Energie „von hier für hier für hier“. Denn in Sörup haben sich die örtlichen Energieerzeuger und die Gemeinde zusammengetan, um dafür zu sorgen, dass die hier vor Ort produzierte Energie auch hier vor Ort genutzt werden kann. Das dafür gegründete „Gemeindewerk Sörup“ fungiert dabei als virtuelles Kraftwerk, das den hier von einer großen Biogasanlage und insgesamt 3 Bürgerwindparks erzeugten Strom von der Strombörse zurückkauft und direkt an seine lokalen und regionalen Kunden weiterleitet.

Das Gas wird seit 2020 durch die Versorgungsbetriebe Kronshagen bezogen. Zwar ist dies weiterhin fossiles Erdgas, jedoch handelt es sich immerhin um klimakompensiertes Erdgas.  Das heißt konkret: Die verbrennungsbedingten CO₂-Emissionen des Erdgasanteils werden durch Investitionen in zertifizierte Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Diese Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern fördern Emissionsreduktion und nachhaltige Entwicklungsziele.

Ein Beispiel dafür, dass regionale Energiewende und faire Preise kein Widerspruch sein müssen.

Also: Nutzt eure Chance und wechselt, egal ob für euch individuell, gemeinsam mit anderen Menschen aus eurer Gemeinde oder mit uns. Mitmachen beim Strom- und/oder Gaspool dürfen alle Haushalte aus dem Amt Hürup und alle BobenOp-Vereinsmitglieder. Letzteres ist ab 24 € pro Jahr möglich.

Kreislaufeffekt: Grüne Energie fördert grüne Projekte

Gemeinschaftlicher Kundenzusammenschluss, regionale und nachhaltige Energieproduktion sowie günstiger Ökostrom werden in unserer Region zunehmend alltagstauglich. Was lange als Ideal galt, ist inzwischen für viele Bürgerinnen und Bürger realistisch umsetzbar.

Ein besonderes Merkmal der Strom- und Gaspools: Die Teilnehmenden entscheiden gemeinsam, welche lokalen Projekte mit den gesammelten Mitteln unterstützt werden. Auf diese Weise wurden in den vergangenen Jahren über 25.000 Euro ausgeschüttet. Durch ergänzende Fördermittel konnten damit Investitionen von mehr als 150.000 Euro in der Region angestoßen werden. Genial, was als Gemeinschaft möglich ist.

Interessierte sind herzlich eingeladen, zum offenen Stammtisch des Vereins BobenOp am 29. Januar 2026 im Hüruper Dörpshus (Zur Sporthalle 14, 24975 Hürup) dabei zu sein. Dort besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich umfassend zu informieren. 

Text von: Bjarne Oldenburg und Ann-Christin Lange (Boben Op Klima- und Energiewende e. V.)